Was ist Präimplantationsdiagnostik?
Der Begriff Präimplantationsdiagnostik, auch PID abgekürzt, bezeichnet die Untersuchung eines durch künstliche Befruchtung entstandenen Embryos vor der Einpflanzung. Der in vitro, also im Reagenzglas, erzeugte Embryo wird hinsichtlich genetischer Defekte überprüft. Anomalien der Chromosomen und bestimmte Erbkrankheiten sollen so vor der Implantation in die Gebärmutter erkannt werden. Im Anschluss können Eltern und Arzt entscheiden, ob die Implantation vorgenommen werden soll oder nicht.
Die Entstehung eines kranken oder behinderten Kindes kann durch dieses Verfahren verhindert werden. Paaren, bei denen ein erhöhtes Risiko für genetisch bedingte Erkrankungen vorliegt, soll die PID die Möglichkeit bieten, Defekte im Vorfeld zu erkennen, um einem späteren Schwangerschaftsabbruch vorzubeugen.
Überschüssige, fehlende oder falsch zusammengesetzte Chromosomen lassen sich durch die Gen-Untersuchung feststellen. Somit können Krankheiten wie das Down-Syndrom diagnostiziert und ausgeschlossen werden. Auch Krankheiten, die erst im Verlauf des Lebens (wahrscheinlich) auftreten würden, z.B. Brustkrebs oder Chorea Huntington, können erkannt werden.
Worauf die Embryonen im Speziellen untersucht werden, richtet sich nach den genetischen Gegebenheiten der Eltern und deren Familien. Es findet also kein alle Erbkrankheiten umfassender Test statt.
Darüber hinaus kann durch die Präimplantationsdiagnostik das Geschlecht des zukünftigen Kindes festgelegt werden.
Wie funktioniert das Verfahren?
Um eine Auswahl an Embryonen zur Verfügung zu haben, wird die Frau hormonell behandelt, damit mehrere Eizellen reifen. Die operativ entfernten Zellen werden daraufhin künstlich befruchtet. Die Untersuchung erfolgt in der Regel am dritten Tag nach der Befruchtung. Die Embryonen befinden sich zu diesem Zeitpunkt im sechs- bis zehnzelligen Stadium, bestehen also aus sechs bis zehn Zellen. Es werden eine oder zwei Zellen entnommen und auf Defekte überprüft. Mittels der angewandten Methoden kann zwischen gesunden und defekten Embryonen selektiert werden.
Die Seite und die Erklärung der PID ist richtig klasse. Alles wichtige kurz zusammengefasst und sehr verständlich. RESPEKT =)
Die Selektion von Menschen mit einer Behinderung kommt dem Grundgedanke des Nationalsozialismus zwischen 1939 bis 1945 mit der PID sehr nahe! Man hat jetzt die Gewissheit das Menschen mit einer Behinderung in unserer Gesellschaft als lästig und und der gesellschaftlichen Vorstellung eines Gesellschaftlichen Mehrwert nicht entsprechen.
Wir ziehen im Moment auch ein PID in Betracht. Nach einer Totgeburt in der 34. SSW auf Grund Trisomie 18 und ein Schwangerschaftsabbruch in der 12. SSW nach Feststellung einer seltenen Chromosomienanomalie auf dem 2. Chromosom ist dies eine gute Sache um es Eltern zu ermöglichen eigene Kinder zu bekommen. Beides sind Krankheiten, die noch während der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt zum Tode führen. Es ist unerträglich ein Kind auf die Welt zu bringen, welches zum Tode verurteilt sind. Wir haben unseren Stern und die kleine Lea trotzdem gern, reden darüber und akzeptieren beide als unsere ersten beiden Kinder. Man sollte die PID nicht verurteilen, sondern auch mal darüber nachdenken, welche Möglichkeiten Paaren wir uns eröffnet werden.
Ich bin für die PID!!! Unsere kleine Tochter hat eine seltene Erbrankheit, die von meinem Mann und von mir an sie vererbt worden ist. Wir beide sind nicht betroffen aber Überträger für diese Krankheit. Wir würden sehr gerne noch ein zweites Kind bekommen, haben aber große Angst, das dieses Kind ebenfalls betroffen sein könnte. Die Wiederholungsgefahr liegt immerhin bei 25%! Die PID wäre natürlich toll für uns, weil man so schon sehr früh erkennen könnte, ob das Kind gesund sein wird. Und nur darum würde es uns gehen! Wir möchten einfach nur ein gesundes Kind, kein Designerbaby und auch kein Baby, bei dem man sich das Geschlecht aussuchen kann. Die PID würde vielen Paaren, die sich in der selben Situation wie wir befinden, sicherlich weiterhelfen…
ich schreibe zur Zeit an einer Hausarbeit zu dem Thema und ich bin ehrlich gesagt hin und her gerissen bzw. finde es sehr schwierig konkret über die Thematik zu urteilen…Auf der einen Seite denke ich, würde das Verfahren einem Kind und seinen Eltern wohlmöglich viel Leid ersparen…auf der anderen Seite frage ich mich, in einem Fall wie deinem Kruse, würdest du dir wünschen, dass du die Präimplantationsdiagnostik früher hättest anwenden können?
Natürlich kann ich nicht nachempfinden, wie du/ihr dich/euch fühlen musst/müsst, aber im Laufe der Hausarbeit habe ich mir schon öfter die Frage gestellt, wie Eltern eines Schwerkranken Kindes diese Frage beantworten würden..
Ich möchte dir nicht zu nahe treten und ichhoffe dass man die Frage nicht falsch versteht..
Falls du mir antworten möchtest, wäre das toll, falls nicht, kann ich das auch verstehen.
Ich schreibe auch gerade meine Abschluss arbeit dadrüber und ich muss ehrlich sagen das ich mir wirklich viele Gedanken gemacht habe. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht was ich tun würde . Es ist einfach eine sehr sehr schwere Frage…
Bei uns ist es ähnlich wie bei Kruse. Wir haben einen Sohn mit einer Erbkrankheit, sind selbst nicht betroffen aber beide Überträger. Wiederholungsrisiko 25%. Unser Sohn ist im Alter von 5 Wochen das erste Mal operiert worden, dann im ersten Lebensjahr noch 4 weitere Male. Er wird höchstwahrscheinlich im Teenager- oder jungen Erwachsenenalter erblinden und hat Organschäden, die evtl. zum Tode führen können. Trotz all dieser Dinge ist unser Kinderwunsch so groß, dass wir es auf natürlichem Wege nochmals probierten. Das einzige Mittel, dass man dann hat, ist Pränataldiagnostik, also mittels Gewebeentnahme in der bestehenden Schwangerschaft eine genetische Mutation zu diagnostizieren. Unser zweiter Sohn war ebenfalls erkrankt. Deshalb haben wir uns zu einem Schwangerschaftsabbruch entschieden. Sicherlich werden dies viele verurteilen. Wer aber nicht in dieser Situation ist, ein zweites behindertes Kind zu bekommen, hat kein Recht auf ein Urteil, finde ich. Wer kann das schon nachvollziehen, wenn er nicht betroffen ist?!?
@Student: Zu Deiner Frage, ob man sich die PID früher gewünscht hätte, also VOR dem behinderten Kind: So kann man die Frage nicht stellen. Vor der ersten Schwangerschaft kommt diese Frage nicht in Betracht, da man ja nicht weiß, dass es ein Risiko gibt. Mein Mann und ich sind gesund, wir sind lediglich Anlageträger aber das weiß man ja vorher nicht. Dann bekommt man ein behindertes Kind. Wenn dessen Genmutation gefunden ist, wird auch das Erbmaterial der Eltern untersucht, um eine Vererbung nachzuweisen oder auszuschließen. Bei bestehender Vererbung steht man plötzlich vor dem Problem, was ist mit weiteren Kindern? Und erst dann sucht man nach Möglichkeiten und zieht die PID in Erwägung. Es geht also gar nicht darum, sich zu überlegen, ob man sein erstes Kind gar nicht wollen würde! Natürlich liebt man sein Kind. Und eben darum kann man das Leiden dieses Kindes schwer ertragen. Fragt man sich, ob dieses Kind je selbständig leben kann, arbeiten, lieben, heiraten, selbst eine Familie gründen.. Denn das ist es, was man sich für seine Kinder wünscht.
Ich wünsche mir nicht für MICH ein gesundes Kind, ich wünsche mir für MEIN KIND, dass es gesund ist.